Schöne Bescherung

Puh, was für ein Jahr. Mal abgesehen von den „Dingen“, die draußen so vor sich gehen. Harter Tobak, auch sportlich gesehen. Als Fast-Aufsteiger mit dem passendsten Trainer aller Zeiten in die Sommerpause gegangen, als Abstiegskandidat Nr. 1 in die Winterpause – was für eine Entwicklung bei unserem FC St. Pauli. Und dabei fing es so schön an.

Es ist Februar 2016. St. Pauli ist nach zwei Siegen – gegen Fürth und den kommenden Vize-Meister aus Leipzig – in Reichweite der direkten Aufstiegsplätze. Peter Lustig, Johan Cruyff und Muhammad Ali leben noch. Na gut, David Bowie ist schon tot. Und Syrien oder Bautzen sind nicht einfach nur Namen geografischer Orte. Ich schweife etwas ab. Liegt vielleicht daran, dass Fußball bei all dem, was dieser Tage vor sich geht, manchmal in den Hintergrund rückt.

Unserem Lieblingsfußballverein geht es als Tabellenviertem zu diesem Zeitpunkt jedenfalls recht gut. Nicht abzusehen war damals, dass wir das Jahr 2016 als abgeschlagenes Schlusslicht verabschieden würden. Der Weg dorthin: Schlechter Fußball, noch schlechtere „Experten“-„Analysen“ und unübertroffen schlechte Stimmung. Ich meine ja nur: 17 Spiele, elf Punkte. Fazit: Überraschend.

Drehen wir’s zum Positiven: Im gesamten Jahr haben wir 34 Punkte geholt (32 Spiele). Rechnet man das auf eine Saison hoch, kommen wir immerhin auf gut 36 Zähler. Heißt: Mit einer Rückrunde der Vorsaison (und zwei Spielen mehr im Gepäck) können wir noch die Menge an Punkten holen, die letzte Saison zum Klassenerhalt gereicht hat. Fazit: knifflig, aber machbar.

Nach den vorweihnachtlichen Personalturbulenzen von vor zwei Jahren bleibt es diesmal ruhig. Klar, mit Meggle musste der Sportchef bereits gehen. Dafür ändert sich zur Rückrunde in der Teamleitung (erst mal) nichts. Dass Lienen nach zuletzt drei besseren und erfolgreicheren Spielen bleiben darf, ist nach der elenden Durststrecke zuvor konsequent. Fazit: Ungewöhnlich, aber charmant.

Ach so, gespielt haben wir ja auch. Gegen Bochum. 1:1. Liest sich allein genommen nach normalem Zweitliga-Alltag. In unserer jetzigen Situation aber so: Drittes Spiel in Folge nicht verloren. Lange in Überzahl, überlegen, aber wie immer zu ungefährlich. Immerhin den Torwartfehler dankbar angenommen. Fazit: Es bleibt ein langer und schwieriger Weg, der durchaus in der dritten Liga enden kann. Aber nicht muss.

Ich wünsche euch ein gesegnetes was auch immer ihr euch wünscht. Bis zum nächsten Jahr! Voran Sankt Pauli. Ist und bleibt schließlich die einzige Möglichkeit.

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Groeni

Beebleblox

Nice Guys

Wir müssen das Feuer neu entfachen – GEMEINSAM

Geliebter FC Sankt Pauli,

in den letzten Monaten bist du durch die Hölle gegangen. Seit dem 10. September konntest du keinen Sieg mehr verbuchen, das ist schon fast ein Vierteljahr. Drei Monate, die verunsichern. Drei Monate, die frustrieren. Drei Monate, in den man sich Tag für Tag deprimierende Artikel und Analysen zum Untergang des Vereins durchlesen musste. Aber es ist, wie es ist. Wir können uns nicht einfach aus der zweiten Bundesliga abmelden und uns ein neues Hobby suchen. Wir müssen das jetzt durchstehen. Wir müssen unsere Arschbacken zusammenkneifen und kämpfen. Kämpfen, als gäbe es kein Morgen mehr. Kämpfen um die Punkte, um uns, um Ewald. Ich bin mir sicher, dass wir noch wissen, wie es geht. Der FC Sankt Pauli liegt doch tief in uns. In den Herzen der Spieler, in den Herzen des Vereins, in den Herzen der Fans.

Darum: Lasst uns heute nicht ins Stadion gehen und denken: Das wird doch eh nichts. Wie hoch werden wir wohl heute verlieren? Nein! Lasst uns wieder aufgeregt sein. Voller Vorfreude. Zieht endlich wieder eure Glückssocken an, freut euch auf das Spiel.

Und genau das wünsche ich mir auch für unsere Jungs auf dem Rasen. IHR könnt es schaffen. Ihr seid der FC Sankt Pauli. Ihr seid Helden in Braun-Weiß. Es steckt in jedem von euch, ihr müsst nur das Feuer wieder neu entfachen. Das Feuer, das in den letzten drei Monaten vom Druck erstickt wurde. Versucht all das einfach zu vergessen, ich bitte euch. Wenn ihr heute durch den Tunnel geht, stellt ihr die Uhren zurück auf Null. Ihr habt weiß Gott nichts mehr zu verlieren, dann könnt ihr auch kämpfen, dreckig wenn es sein muss – und uns zeigen, dass ihr noch lebt. Dass ihr der magische FC seid, den wir so lieben. Dass der FC Sankt Pauli die einzige Möglichkeit ist – und bleibt. Wir werden für euch da sein, werden laut sein. Werden an euch glauben. Denn: Für immer mit dir!

Gemeinsam sind wir stark, sie brechen uns nie! Und heute Abend
ALLE ZUSAMMEN, so laut wie noch nie!

oder mit anderen Worten:

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