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Wir sind zurück! Und der FC St. Pauli auch!

In den letzten sechs Wochen seit unserem Blog-Eintrag zum schier unglaublichen KSC-Inferno ist der magische FCSP wahrlich durch Himmel und Hölle gegangen – und wir mit ihm.

Starten wir mit einem kurzen (oder doch nicht so kurzen) Rückblick auf die letzten Partien.

Info: Wer sich nur fürs Düsseldorf-Spiel interessiert, scrollt einfach runter.

Wenn deine Mannschaft zu Hause 5:0 gewinnt, glaubst du wieder daran, dass alles möglich ist. Jeder Zweikampf, jede Strafraum-Szene – plötzlich wirkt jeder Spielzug brandgefährlich und jeder Schuss aufs Tor wie eine echte Chance und nicht wie ein: Ach Leute, das wird doch nie im Leben was!

Bei den Löwen…
… zeigte der FC St. Pauli genau das: wir sind stark, wir sind gefährlich, wir machen das Ding. Nach der 1:0-Führung drehten sie die Partie innerhalb von fünf Minuten und zeigten auch danach ein grundsolides, gutes Spiel. Vierter Sieg in fünf Spielen. Läuft doch.

Tja, und dann kam Union…
Schluss mit der Torgefährlichkeit, Schluss mit den Punkten. Polter und Kreilach lassen es am Millerntor poltern, da kann auch Bouhaddouz mit seinem Treffer kurz vor Schluss nichts mehr ausrichten. Das war’s dann wohl erstmal mit unserem Run nach oben. Aber egal, Hauptsache nicht mehr ganz unten drin.

Beim Hannover-Spiel…
… war erstmal alles wie immer. Tschauner im Tor… Ach nee. Moment. Der spielt ja gar nicht mehr für uns. Trotzdem war sein Rücken komischerweise ein ganz natürlicher Anblick. Naja, egal. Das Spiel war solala. Dafür, dass Hannover haushoher Favorit war, haben wir uns aber echt gut geschlagen. Trotzdem: richtig klappen wollte nichts. 0:0 nach 90. Minuten – aber immerhin noch Platz 15. Puuh.

Doch dann ging’s nach Aue
Mit im Gepäck: Grenzenlos, Artivistis und jede Menge Hoffnung. Nach sieben Stunden Busfahrt und plattgedrückten Popos dann jedoch die geballte Ernüchterung (im wahrsten Sinne des Wortes). Pillepalle-Fußball und eine Getränkestand-Versorgung, die einem die Tränen in die Augen treiben. Aber hey, für Rumdümpel-Gekicke und 35 Minuten am Bierstand kann man schon mal 14 Stunden im Bus sitzen. Gut – was soll’s. Spiel verloren, Tor nicht gesehen – aber dafür in Gesellschaft fantastischer Menschen gewesen.

Zu dem was spät in der Nacht geschah bleibt nur eines zu sagen: Der Schock sitzt nach wie vor tief und uns fehlen auch nach all den Wochen immer noch die Worte. In diesem Sinne: Passt gut auf euch und eure Mitmenschen auf. Und wir wünschen weiterhin gute Besserung und ein spendenfreudiges Sankt Pauli!
You’ll never walk alone!

Nach Aue kam Sandhausen…
…0:0 vor heimischer Kulisse, Flutlicht-Atmosphäre und Überzahl. Am Ende des Dienstagabends Platz 17. Ein guter Grund, bis spät in der Nacht im Jolly zu philosophieren und viel zu viele „noch ein letztes Bier“ zu trinken.

Danach stand Nürnberg auf dem Programm…
Statt auswärts in den Süden zu tingeln, entschieden sich vier Grenzenlose und ein Werderaner für ein „Auswärtsspiel“ in Kopenhagen. Zwei Stunden nach Ankunft saßen wir pünktlich zum Anpfiff an einem der zweifellos tollsten Orte der Welt, nämlich der örtlichen St. Pauli-Kneipe Kopenhagens: ein wunderschöner Laden voller FCSP Aufkleber und Plakate, Irie Révoltés und Antifaschist beim Reinkommen und so viel Gastfreundschaft und gelebte FCSP-Liebe, wie unsere Leberwerte sie selten erlebt haben!

Im Vordergrund dieses feucht-fröhlichen Abends stand aber natürlich der magische FC. Die erste Halbzeit ließ vermuten, dass es weiter bergab gehen würde – aber Pustekuchen. Nach vier sieglosen Spielen in Folge zeigte Aziz Bouhaddouz wieder einmal eindrucksvoll, was für ein sensationeller und torgefährlicher Typ er ist – darauf erstmal eine Runde „Mexikaner gegen Trump“ in Kopenhagen.

Am Ende steht das 2:0 gegen Nürnberg, aber immer noch Platz 17. Also alles beim Alten.

Sechs Punkte im Osternest
Der Oster-Sonntag startete mit einem wunderbaren Sekt-Bier-Schokoladen-Frühstück. Wenn man so in den Spieltag startet, konnte es nur ein guter Tag werden. Und: es wurde ein guter Tag! Nach der letzten Halbzeit in Nürnberg hätte ich mir zwar ehrlich gesagt einen spritzigeren Einstieg ins Spiel gewünscht, das über weite Strecken echt schleppend war, aber zum Glück ging die Nummer am Ende noch mit einem übersprudelnden Emotionschaos aus – Tor in der 87. Minute! Meine Güte, war das spannend! Und BAEM: Aue und Bielefeld verlieren! Heißt: Platz 14! Raus ausm Keller, es geht endlich wieder bergauf!

(Hm, und wieso jetzt eigentlich sechs Punkte im Osternest? Ganz einfach: Max Kruse (und Kainz) bezwingt den HSV – darüber kann man sich ja ruhig mal freuen!)

Auswärtsshoppen in der Esprit-Arena

Mit Düsseldorf stand dann eine vergleichsweise kurze Auswärtsfahrt an. 10:30 Uhr ging es los. Das konnte ich am Abend vorher noch gar nicht so richtig als Auswärtsfahrt ernst nehmen. Und auch am nächsten Tag war ich für eine Auswärtsfahrt viel zu ausgeschlafen, pünktlich und entspannt was die drei Punkte anging. „Klar“ dachte ich, die drei Punkte sind uns sicher! Doch kaum hatten wir den ersten Stau hinter uns und waren im Begriff in den nächsten zu fahren, war es dann auch vorbei mit meiner Entspanntheit. Danke, dass meine hinterrückse Hibbelei so klaglos ertragen wurde! 

Natürlich kamen wir dann doch pünktlich eine Stunde vor Anpfiff im Einkaufszentrum der Fortuna Düsseldorf an. Meine Güte, wie lieb habe ich doch unser wunderschönes Millerntor. Doch steht man erst mal auf den Stufen, interessiert es ja eigentlich auch nicht mehr, wie es hier von außen aussieht….

1.Halbzeit? Dazu möchte ich gar nichts sagen, außer gute Besserung an die Zusammenpraller.

2. Halbzeit: rote Karte und wir sind mal wieder in Überzahl. Ja gut, kennen wir aus dem Spiel gegen Sandhausen, bringt auch nichts. Und tatsächlich, nur wenige Minuten später liegt Düsseldorf in Führung. Und die Boys in Brown scheinen kurzzeitig völlig von der Rolle und ich befürchte bereits Schlimmstes. Doch dann geht irgendwie alles ganz schnell. Wechselbad der Gefühle, ich komme gar nicht mehr hinterher. Ziereis: Ausgleich! Foul. Elfmeter. Nein Stopp. Freistoß. Aber was für einer. Reiner Freudentaumel. Und dabei sollte es nicht bleiben, denn auch wir können Tore in der Nachspielzeit schießen (und nicht nur kassieren). In diesem Fall ist es, wer sollte es auch anders sein: Bouhaddouz.

Was folgt: eine wunderbare Heimfahrt. Es passt fast alles viel zu gut: Ergebnis, Platzierung, Busbesetzung, Musikauswahl (na gut, fast), Ergebnis, Platzierung. 3:1, drei zu eins, Platz 11, PLATZ 11! Wir können es nicht fassen. Aber so ist es: wir fahren aus dem Niederrhein als sehr glückliche Sieger heim!

Was bleibt: ein Naki-Becher, 3 Punkte und Platz 11 und ein letzter Absacker. Aber nur einer!

Aber: kein Auswärtsbeitrag ohne Pöbeln: Über die Toilettensituation bei den Frauen, liebe Düsseldorfer, über die solltet ihr schleunigst noch mal nachdenken. Denn ja, wir leben im 21. Jahrhundert und es kommt somit durchaus vor, dass auch einige Frauen ins Stadion gehen.

Und wie geht’s nun weiter?
Am kommenden Freitag spielen wir gegen Heidenheim, danach geht’s auswärts gegen Lautern. Es folgen die Partien gegen Fürth (Heim) und Bochum (Auswärts). Zwölf Punkte sind noch im Topf – wenn wir alle holen, sind das 47.

Aufsteigen können wir damit nicht mehr – leider, aber wir können damit vor allem eines:

nicht absteigen!