Tag Archive for Heimsieg

Erst kam der Regen, dann die Bierdusche

Freitagabend, Flutlicht, Fußball – schöner kann mal wohl kaum in ein langes Wochenende starten. Um fünf Uhr Treffen vorm Jolly, dann gemeinsam in die Kurve, Bierchen, tolle Choreo vorm Spiel, läuft.

Tja, und dann kam die erste Halbzeit. Jede Menge Regen, gähnende Langeweile, null Kreativität und so viel Spannung wie in einem mittelmäßigen Kreisklassen-Kick. In der ersten Viertelstunde passierte gefühlt überhaupt nichts, danach wurde es minimal besser, aber von brisanten Strafraum-Szenen war noch immer keine Spur. „So wird das nichts“, war die einheitliche Halbzeit-Meinung auf den Treppen der Süd.

Dieser Meinung schien wohl auch Ex-Sankt Paulianer John Verhoek gewesen zu sein. Frei nach dem Motto: „Leude, hier muss man aber auch alles selbst machen“ legte der gute Mann mit stolzer Brust zu einem wunderschönen Eigentor der Extraklasse auf. ENDLICH trifft Verhoek mal für St. Pauli, ENDLICH steht der Kerl dabei mal nicht im Abseits. Danke John, echt jetzt! <3

Heidenheims Keeper Müller hatte daraufhin wohl Mitleid mit Verhoek und dachte sich wenige Minuten später offensichtlich: „Scheiß drauf, dann lass ich jetzt eben auch noch einen durch.“ Prima Zuspiel zu Möller Daehli und drin ist das Ding. 2:0 für den FC St. Pauli, zwei Tore in drei Minuten – und wir alle völlig hinüber. Was ist denn hier plötzlich los? Eben noch im Tiefschlaf und jetzt kurz vorm Herzkasper.

Meine Nebenfrau stellt fest: „Jetzt muss Bouhaddouz aber auch noch einen machen, sonst ist er nachher noch beleidigt.“ Und 1, 2, 3 – TOOOOR für Bouhaddouz, Freudentaumel und Bierdusche inklusive – ich kann nicht mehr. Von mir aus können wir jetzt abpfeifen, mein Emotionskonto ist bis zum Rand gefüllt mit Liebe.

Was danach passierte: egal! Denn Fakt ist: mit diesem 3:0 ist der Klassenerhalt noch ein kleines bisschen sicherer geworden, auch wenn wir natürlich noch lange nicht aus der Schusslinie sind. Zwei Tickets nach unten sind noch verfügbar, ein sicheres und eins mit der Option aufs Drinbleiben. Aber eine Relegation möchte ich meinen schwachen Nerven ehrlich gesagt nicht antun.

Was sonst noch wichtig war
Dem Aufruf das Stadion mit #NoG20 Plakaten zu tapezieren, sind viele von uns gefolgt, genau wie der Einladung zur Demo nach dem Spiel. Angeblich waren um die 2700 Leute auf der Straße, eine gute Quote mit Luft nach oben. Nächstes Mal sind wir noch mehr! Denn: grenzenlose Solidarität statt G20!

In diesem Sinne: bis Freitag, wir sehen uns im Bus nach Lautern.

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Kurzer Rückblick

So, da sind wir wieder. Der grenzenlose Berichterstattungszug rollt wieder! Genau wie der Sonderzug nach Braunschweig letzte Woche, wohin natürlich auch wir uns in großer Gruppe und mit verschiedensten Verkehrsmitteln aufmachten, um dort unsere Boys in Brown auf vermeintlich aussichtslosem Posten kräftig zu supporten. » Read more

Läuft doch.

Es war ein Heimspieltag wie er schöner nicht hätte sein können. Strahlend blauer Himmel über Sankt Pauli, ein laues Lüftchen, Treffpunkt um 11:30 vorm Jollys – und das sogar halbwegs ausgeschlafen, nachdem wir am Freitagabend alle mit den Worten „Ab ins Bett, morgen ist Fußball“ von ausschweifendem Bierkonsum abgehalten wurden.

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Das laue Lüftchen

Hallo Saisonfinale! Einmal Spannung ohne St. Pauli, bitte. Keine Chance mehr nach oben, keine mehr nach unten, so der Status vor dem Spiel gegen Bochum. Die Luft war also raus? Naja, dann hat Fafa zumindest wieder ein wenig reingepumpt! Wir berichten in zwei höchst unterschiedlichen Hälften.

Tjaja, noch fünf Spiele, zehn Punkte Rückstand auf Nürnberg – und die verlieren ja eh (fast) nie. Dann kannste dich schon mal auf merkwürdige Deals einlassen. Ich die erste Hälfte, Du die zweite. Eine kümmerst Du dich um das kleine Grenzenlos-Paket, die andere ich. Sportlich ist’s eh gehüpft wie gesprungen – dem Verfolgerspitzenduell zwischen Bochum (4.) und uns (5.) zum Trotz.

Selbst der energetischste meiner Stadiongenossen hat kurz vor Saisonende die innere Ruhe in weiten Teilen wiedergefunden. Und dann sehe ich noch beim Einsacken der beiden Lieblingsschmuddelhefte: Okay, diese Saison ist so entschieden wie Wahlen in der DDR.

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Gleichgeschaltete Presse!!!

Über die Stimmung im Rund brauche ich ja wohl nichts mehr zu schreiben. Kurz denke ich, dass es auf der Gegengerade aber laut wird. War letztlich doch nur irgendeine Kotzmühle auf dem Dom. Was soll’s, Strich drunter, nächste Saison können alle wieder mit neuer Energie zu Werke gehen.

Das Spiel ist dafür erfrischend unterhaltsam. Chancen mehr hüben als drüben. Weil aber Terodde entgegen allen Könnens mal drei Dinger liegen lässt, steht es zur Pause 0:0. Ich Ahnungsloser finde Picaults Leistung bis zu diesem Zeitpunkt ziemlich gut. Was die Kicker und ihre Zuschauer anschließend veranstalten, ist nicht mehr mein Problem. Ich werde zur Halbzeit trotz solider Gesangsleistung ersetzt. Brandneues Konzept. Könnte ich manchem aus anderen Gründen hin und wieder empfehlen.

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Mein Revier ist 2. Halbzeit hier.

Seitenwechsel

Es ist 13:41 Uhr. Ich sende eine knappe SMS „Gehe los“ in Richtung Millerntor. Ob diese dort jemals ankommt? Naja, eigentlich egal. Der Plan sollte auch so funktionieren. Vorbei an Damen und Herren in voller Montur geht es Richtung Eingang Süd. Noch ein, zwei kleine Runden vorm Einlass. Dann erfolgt die Übergabe von Nummer 8 und ich gehe tatsächlich pünktlich die Treppe hoch. Pünktlich zu Halbzeit zwei, so war der Plan.

Seit einer gefühlten Ewigkeit bin ich wieder im Umlauf, betrete ich die Stufen, auf denen ich schon so viele Stunden verbracht habe. Es ist irgendwie komisch. Ich freue mich über die vielen bekannten Gesichter, wundere mich über die vielen fremden und vermisse einige wenige, aber wichtige. Waren doch nur ein paar Wochen, aber was ist hier los? „Nicht viel“, das hatte ich schon bei meiner Einwechslung am Eingang vernommen und auch die Gesichter der anderen Grenzenlosen sagen einiges. Abwarten, ist ja Halbzeit. Dann geht es wieder los. Es riecht nach Rauch, nach Bier. Ach ja, so war das! Aber eins fehlt irgendwie: Der mitreißende Lärm, die Menschen um mich, die sich zusammen die Kehle aus dem Leib singen. So war das irgendwie nicht! Da mache ich nicht mit und gebe daher alles. Auch wenn diese Saison an mir vorbeizieht wie keine andere zuvor, bin ich heute im Stadion und da heißt es abliefern. Und das gilt nicht nur für die Mannschaft, meine Lieben!

Mehr als die zwei Tore durch Picault und der Eindruck eines verdienten Sieges nach 45 min bleiben bei mir vom Spiel nicht hängen. Gab es ne erste Halbzeit? Nicht bei mir. Und so haben wir Platz 4 zurück. Hält Nürnbergs momentane Serie ähnlich konstant wie die vorherige, na, dann… Ist wohl was für Träumer. Da muss all die Luft, die denen ausgeht, bei uns zu 100% rein. Und wir können alle rechnen. Heißt für einen weiteren Sprung nach oben: Möglich ja, wahrscheinlicher auch ja, unter dem Strich dennoch sehr zweifelhaft.

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