Tag Archive for Grenzenlos St. Pauli

Wie soll das enden?

Ach Fußball, du alter Haudegen. Im Moment verlangst du uns echt einiges ab. Die Situation könnte nicht trister sein. Tabellenletzter. Immer mehr Verletzte. Ausbleibender Erfolg. Nicht mal ein Punkt wird uns gegönnt. Nicht mal ein kleiner Hoffnungsschimmer am Fußball-Horizont. Und warum? Die Antwort liefert uns das Hamburger Abendblatt:

bildschirmfoto-2016-10-16-um-14-27-34Was willste dazu noch sagen? Der Fußball-Gott hat offensichtlich gerade genug mit den Nachbarn aus Stellingen zu tun. Wir müssen es also wieder einmal ohne ihn schaffen. Hier und dort wird mittlerweile heiß diskutiert, ob Ewald Lienen noch der Mann ist, der diesen Job übernehmen kann. Eine Diskussion, bei der es mir persönlich schwerfällt, Position zu beziehen. Ich halte Lienen für einen großartigen Kerl, der nicht nur Fußballverstand und Erfahrung besitzt, sondern auch Hirn und Herz („Ich lass mich fallen und du fängst mich auf“). Ein Mann, der St. Pauli im Gegensatz zu manch anderem verstanden hat, was ihn für mich, für uns, für die Mannschaft zu einem tragenden Element macht. Aber woran bitte liegt es dann? Können Mannschaft und Trainer vielleicht nicht mehr miteinander? Wie erklären wir es uns sonst, dass eine fast identische Mannschaft plötzlich nicht mehr siegen kann und zeitweise kein Fünkchen Leidenschaft mehr zeigt? Ist die Luft raus, der Drops gelutscht, das Pulver verschossen?

Ich für meinen Teil hoffe, dass das Trainerteam diese Frage dringend für sich klärt. Genau wie übrigens jeder im Stadion dringend für sich klären sollte, ob Support während des Spiels eigentlich wichtig ist. Ich war am Freitag wirklich erschüttert, wie unglaublich deprimierend es auf der Süd war. Freitagabend, Flutlicht und die Chance, den Zauber des Millerntors zu entfachen – aber die Kurve pennt. Vor uns auf den Stufen lauter bewegungslose Gesichter ohne Emotionen, ohne auch nur einen Pieps zu machen. Und das wohlgemerkt, obwohl wir in Führung lagen. Obwohl die Jungs da unten echt versucht haben, das Unvermeidliche zu verhindern. Soll es jetzt so weitergehen? Dass wir nur noch die letzten zehn Minuten laut sind und den Rest der Zeit nur auf dem Zaun und von 50 Hanseln supportet wird? Soll das St. Paulis Zukunft sein? Keine Frage, ich verstehe jeden, der keinen Bock auf 90 Minuten Dauer-Support hat. Und jeden, der auch mal die Schnauze voll hat, wenn es nicht läuft. Aber ist das die richtige Message an die Mannschaft? Setzen wir so ein Zeichen dafür, dass Sankt Pauli die einzige Möglichkeit ist? Für immer mit dir? Erinnert ihr euch?

Ich glaube, dass St. Pauli sich wiederfinden muss. Auf dem Rasen und auf den Rängen. Denn sonst ist die braun-weiße Krise leider unausweichlich.

 

Weitere Texte in Wort und Bild

Nice Guys – #senfdazu26

Beeblebox – Zweimal drei sind sechs zu wenig

Millerntor Hamburg – Zu früh gekommen

USP – Bilder vom Heimspiel

Julklapp in Köpenick

Sofort nach Abpfiff des Union-Spiels musste ich an den unvergessenen Werbeslogan aus dem Mund des Kaisers denken: „Ja, is‘ denn heut’ scho‘ Weihnachten?!?“

» Weiterlesen

Achtung, bissige Löwen

90 Minuten vorüber. 2:2 auf der Anzeigetafel. Gedankenflipper und Reizüberflutung im Hirn. Anlehnen. Meine Hand streckt sich aus. Erstmal ein Bier. Und dann der erfrischende Schluck. Durchatmen. Was war das denn heute?
» Weiterlesen

Läuft doch.

Es war ein Heimspieltag wie er schöner nicht hätte sein können. Strahlend blauer Himmel über Sankt Pauli, ein laues Lüftchen, Treffpunkt um 11:30 vorm Jollys – und das sogar halbwegs ausgeschlafen, nachdem wir am Freitagabend alle mit den Worten „Ab ins Bett, morgen ist Fußball“ von ausschweifendem Bierkonsum abgehalten wurden.

» Weiterlesen

« Ältere Beiträge Recent Entries »