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45 Punkte, Platz 7 und grenzenlose Liebe!

So eine Auswärtsfahrt ist ja immer etwas ganz Besonderes. Schon Tage vorher wird wild diskutiert, wie viel Sekt/Mate/Limo/Bier (und offensichtlich auch Wanne-Eickeler Mond-Likör) ins Gepäck kommen, wer die Doppelkekse besorgt (die man dann doch nicht isst) und ob es Nudelsalat oder Würstchen geben soll. Dieses Mal wurde die Vorbereitungsphase sogar noch einmal zusätzlich erschwert, denn es wurde zur Mottofahrt mit „hässlichen Trikots“ geladen. Und mit Trikots ist das ja so eine Sache: Sonderlich „kleidsam“ sind die Dinger nicht, und mal ganz abgesehen davon, sind sie echt schwitzi! Aber gut, die Reise-Gruppe Grenzenlos/Artivisti/Eldo hat sich natürlich trotzdem entsprechend in Schale geworfen und ist mit Osna, Union, Wacker und neongrünem Himmelmann im Sonderzug aufgelaufen. Läuft.

Die Fahrt nach Bochum war wie erwartet wieder mal wirklich, wirklich schön! Untergebracht im allerletzten Wagon (heidewitzka ist das weit weg) durften wir uns über großartige Abteil-Bagaluten freuen, die uns nicht nur mit unnützem Wissen begeistert haben, sondern auch mit einer schicken Girlande (da wurde im Vorfeld nicht nur über Würste diskutiert, sondern auch über die Deko – sehr löblich). Hach. Vom Gefühl her könnte ich jetzt stundenlang vom unfassbar großartigen Sonderzug-Universum berichten, aber wie heißt es so schön: was im Sonderzug passiert, bleibt auch im Sonderzug. Dennoch: DANKE ihr lieben Menschen, die ihr so fleißig organisiert, gewerkelt, aufgelegt, gesungen und getanzt habt! Ihr seid fantastisch 💕

In Bochum angekommen durften wir bei einem entspannten City-Spaziergang erstmal ein bisschen Ruhrpott-Luft schnuppern und natürlich: weiter in unseren Trikots schwitzen. Zum Glück funktioniert die Getränkeversorgung im Ruhrstadion ja „rei-bungs-los“. Ich hab ja vorher gedacht, dass Aue eine Ausnahme wäre – aber nein! Man wird ja doch immer wieder überrascht. Aber gut, wir sind ja nicht wegen des flüssigen Glücks hier, sondern um ein hoffentlich atemberaubendes Fußballspiel zu sehen!

Das Tolle: An diesem Sonntag ging es im Prinzip um gar nichts. Kein Zittern, kein Bangen – nichts als grenzenlose Fußballliebe, richtig, richtig laut und einfach mal glücklich sein, mit so vielen guten Menschen auswärts fahren zu können.

Kurzer Dämpfer der Euphorie: 7. Minute, Gündüz mit Links ins rechte Eck, 1:0 für die Gastgeber. Aber hey: noch ist hier nichts entschieden. Und tatsächlich, Lennart Thy (ja, genau, LENNART THY) trifft eine knappe Viertelstunde später zum 1:1 (wer hätte das bitte noch für möglich gehalten…). Nach der Pause dann zum Saisonabschluss noch einmal Sobiech per Kopf – und in der 86. Minute unfassbarerweise erneut THY (was ist denn hier los?). Egal: Hier im Ruhrgebiet holen wir den Auswärtssieg!

Drei Punkte, an Bochum vorbei auf Platz 7, das achte Spiel in Folge ungeschlagen und insgesamt 34 Punkte in der Rückrunde. Meine Güte: SIND WIR GUT! Nach der desaströsen Hinrunde hat der FC St. Pauli wieder einmal bewiesen, dass er Fußball spielen kann (naja gut, meistens…). Und er hat bewiesen, dass man sich immer wieder hochkämpfen kann, auch wenn die Situation auswegslos erscheint, vorne wie hinten rein gar nichts funktioniert und irgendwie der Wurm drin zu sein scheint. Wahnsinn!

Die großen Gewinner der Spielzeit sind vermutlich Lienen und Heerwagen. Ewald, weil er bis zum Schluss nicht an seiner Mannschaft gezweifelt (und sich nicht rauswerfen lassen) hat, und Heerwagen, der als Nummer 2 hinter Robin Himmelmann eine wirklich hervorragende Glanzleistung abgeliefert hat. Wie es auf dieser Position in der kommenden Saison weitergehen wird, finde ich persönlich wirklich spannend. Kommt Robin zurück, bleibt Heerwagen? Vom Gefühl her würde ich es wohl am besten finden, wenn sie sich einfach abwechseln, aber gut…

Abgesehen von Coach und Keeper bleibt auch noch zu erwähnen, was eigentlich Aziz Bouhaddouz (wie der Rest der Mannschaft) für eine großartige Saison hingelegt hat. 15 Tore hat der gute Mann geschossen, plus sechs Assists. Eine so große Torgefahr hatten wir seit Daniel Ginczek (18 Tore, 2012/13) und Marius Ebbers (20 Tore, 2009/10) nicht mehr im Team. Das lässt doch auf 2017/18 hoffen (sollte Aziz denn bleiben!?!?)!

Und wie geht’s jetzt weiter?

Unser Kapitän verlässt den FC St. Pauli Richtung Dresden, Lennart Thy geht zurück zu Werder, Mats Moeller Daehli zu Freiburg. Euch alles, alles Gute! Dafür dürfen wir uns über die wichtige, dauerhafte Verpflichtung vom sehr starken Cenk Sahin freuen und Sami Allagui willkommen heißen, der bei Hertha wohl keine entscheidende Rolle mehr gespielt hat.

Moment! Anmerkung der Redaktion: Mats Moeller Daehli bleibt beim FC St. Pauli – und zwar noch ein ganzes Jahr! Schönes Ding, Andreas Rettig!

Bleibt nur noch eine Frage: Wie geht’s mit Ewald weiter?* Die Gerüchteküche brodelt heftig, aber es gibt auf jeden Fall Hoffnung. Das Abendblatt zitiert ihn zumindest recht optimistisch:

„Wir sehen uns in der nächsten Saison. Warum denn nicht?“

Ein gutes Schlusswort. Auch Grenzenlos meldet sich in der kommenden Saison auf jeden Fall zurück! Bis dahin bewahren wir die schönen Erinnerungen an den tollen letzten Spieltag, die wunderbare Fahrt im Sonderzug, die Sonne im Gesicht, den Fahrtwind im Haar und schwitzi Trikots im Herzen.

Macht’s gut, happy Sommerpause!

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*Ewald Lienen wird technischer Direktor, Olaf Janßen übernimmt den Cheftrainer-Posten.

Gefühlsexplosionen am Betzenberg

Fünf Siege in Folge. Wann gab es das zum letzten Mal bei uns? Wenn man einem weisen Mann glauben möchte, dann war das in der Saison 2005/2006 in der Regionalliga Nord. Sollte es also heute auf dem Betze endlich wieder so weit sein?

Die Anzeichen sprachen ganz dafür. Sankt Pauli machte von Beginn an Druck und war das klar überlegene Team. Hornschuh köpfte bereits in der 8. Minute zur Führung ins Netz – ach nein, Moment, doch nicht. Abseits. Bis das auf der Anzeigetafel und im Gästeblock ankam, dauerte es jedoch ein paar Minuten. Klare Fehlzündung.

Doch es ging weiter und Sankt Pauli bestimmte weiterhin das Spielgeschehen. Leider konnte der Druck aus den ersten Minuten jedoch nicht gehalten werden.

Erste Halbzeit? Kann also eigentlich weg! Aber das kennen wir ja schon. Was wir auch schon kennen, sind Umlandfans. Mitten im Supportblock stehen, nicht mitgehen, filmen, fotografieren und sich über die Fahnen aufregen. Ärgert mich immer wieder! Aber gut. An einem Tag wie diesem ist das dann auch eigentlich irgendwann egal. Denn es kam die zweite Halbzeit und die 49 Minute. Hereingabe Hornschuh, Kopf von Bouhaddouz. Tor. 0:1! Freunden-Explosion die 1ste. Oh wie ist das schön!

Es zeigte sich nun ein wunderbares Fußballspiel. Mit Chancen auf beiden Seiten und einem wirklich großartigen Philipp Heerwagen. Und dann kam die 60. Minute. Buchtmann trifft zum 0:2! Explosion die 2te. Absoluter Fußballhimmel. Nun schien doch eigentlich schon alles klar. Klassenerhalt!

Doch es wäre nicht unser Sankt Pauli, wenn sie es nicht doch noch mal spannend machen würden und so verkürzten die Hausherren in der 90. Minute zum 1:2. Und wieder einmal hieß es: Zittern! Die Nachspielzeit fühlte sich an wie eine Ewigkeit. Und wir kennen ja dieses Spiel mit der Nachspielzeit… Aber: nicht hier und nicht heute. Denn dann ist er da. Der Abpfiff und die Explosion die 3te. Aber was für eine. Einfach mal glücklich sein. Sich in den Armen liegen! Ganz viel Freude! Ganz viel Liebe! Kommt es da etwa zu der einen oder anderen Träne? Ach Quatsch! Bei uns doch nicht. Es geht hier schließlich nur um Fußball.

Klar. Die Saison ist noch nicht vorbei, doch damit sollte unser magischer FC doch gerettet sein. KLASSENERHALT!!!

Und weil die Gefühle eh schon explodiert sind, es so schön war und am Ende doch alles gut ist: So beschissen diese Saison auch war, so sehr habe ich sie genossen und möchte mich bei all den wunderbaren Menschen bedanken, die mir dank dieses Vereins begegnet sind! Grenzenlose Liebe!

WIR HABEN ES GESCHAFFT! FICK DICH DRITTE LIGA!

Nach so viel Liebe braucht es dann aber doch leider noch eine gesunde Portion Hass. Eigentlich sollte man sich nach solch einem wunderbaren Spiel und Tag ja nicht ärgern. Aber! Was bestimmte Menschen angeht: Geht nach Hause! Zieht eure Sankt Pauli Klamotte aus! Und fahrt nie wieder mit! Danke!

So!

In den nächsten zwei Spielen gehen dann jeweils noch mal drei Punkte an uns und wir beenden die Saison auf Platz 5! Ha! (Na gut, Platz 7 wäre auch okay) Wie ich mich darauf freue! Packt die hässlichen Trikots aus!

 

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Erst kam der Regen, dann die Bierdusche

Freitagabend, Flutlicht, Fußball – schöner kann mal wohl kaum in ein langes Wochenende starten. Um fünf Uhr Treffen vorm Jolly, dann gemeinsam in die Kurve, Bierchen, tolle Choreo vorm Spiel, läuft.

Tja, und dann kam die erste Halbzeit. Jede Menge Regen, gähnende Langeweile, null Kreativität und so viel Spannung wie in einem mittelmäßigen Kreisklassen-Kick. In der ersten Viertelstunde passierte gefühlt überhaupt nichts, danach wurde es minimal besser, aber von brisanten Strafraum-Szenen war noch immer keine Spur. „So wird das nichts“, war die einheitliche Halbzeit-Meinung auf den Treppen der Süd.

Dieser Meinung schien wohl auch Ex-Sankt Paulianer John Verhoek gewesen zu sein. Frei nach dem Motto: „Leude, hier muss man aber auch alles selbst machen“ legte der gute Mann mit stolzer Brust zu einem wunderschönen Eigentor der Extraklasse auf. ENDLICH trifft Verhoek mal für St. Pauli, ENDLICH steht der Kerl dabei mal nicht im Abseits. Danke John, echt jetzt! <3

Heidenheims Keeper Müller hatte daraufhin wohl Mitleid mit Verhoek und dachte sich wenige Minuten später offensichtlich: „Scheiß drauf, dann lass ich jetzt eben auch noch einen durch.“ Prima Zuspiel zu Möller Daehli und drin ist das Ding. 2:0 für den FC St. Pauli, zwei Tore in drei Minuten – und wir alle völlig hinüber. Was ist denn hier plötzlich los? Eben noch im Tiefschlaf und jetzt kurz vorm Herzkasper.

Meine Nebenfrau stellt fest: „Jetzt muss Bouhaddouz aber auch noch einen machen, sonst ist er nachher noch beleidigt.“ Und 1, 2, 3 – TOOOOR für Bouhaddouz, Freudentaumel und Bierdusche inklusive – ich kann nicht mehr. Von mir aus können wir jetzt abpfeifen, mein Emotionskonto ist bis zum Rand gefüllt mit Liebe.

Was danach passierte: egal! Denn Fakt ist: mit diesem 3:0 ist der Klassenerhalt noch ein kleines bisschen sicherer geworden, auch wenn wir natürlich noch lange nicht aus der Schusslinie sind. Zwei Tickets nach unten sind noch verfügbar, ein sicheres und eins mit der Option aufs Drinbleiben. Aber eine Relegation möchte ich meinen schwachen Nerven ehrlich gesagt nicht antun.

Was sonst noch wichtig war
Dem Aufruf das Stadion mit #NoG20 Plakaten zu tapezieren, sind viele von uns gefolgt, genau wie der Einladung zur Demo nach dem Spiel. Angeblich waren um die 2700 Leute auf der Straße, eine gute Quote mit Luft nach oben. Nächstes Mal sind wir noch mehr! Denn: grenzenlose Solidarität statt G20!

In diesem Sinne: bis Freitag, wir sehen uns im Bus nach Lautern.

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Wir sind zurück! Und der FC St. Pauli auch!

In den letzten sechs Wochen seit unserem Blog-Eintrag zum schier unglaublichen KSC-Inferno ist der magische FCSP wahrlich durch Himmel und Hölle gegangen – und wir mit ihm.

Starten wir mit einem kurzen (oder doch nicht so kurzen) Rückblick auf die letzten Partien.

Info: Wer sich nur fürs Düsseldorf-Spiel interessiert, scrollt einfach runter.

Wenn deine Mannschaft zu Hause 5:0 gewinnt, glaubst du wieder daran, dass alles möglich ist. Jeder Zweikampf, jede Strafraum-Szene – plötzlich wirkt jeder Spielzug brandgefährlich und jeder Schuss aufs Tor wie eine echte Chance und nicht wie ein: Ach Leute, das wird doch nie im Leben was!

Bei den Löwen…
… zeigte der FC St. Pauli genau das: wir sind stark, wir sind gefährlich, wir machen das Ding. Nach der 1:0-Führung drehten sie die Partie innerhalb von fünf Minuten und zeigten auch danach ein grundsolides, gutes Spiel. Vierter Sieg in fünf Spielen. Läuft doch.

Tja, und dann kam Union…
Schluss mit der Torgefährlichkeit, Schluss mit den Punkten. Polter und Kreilach lassen es am Millerntor poltern, da kann auch Bouhaddouz mit seinem Treffer kurz vor Schluss nichts mehr ausrichten. Das war’s dann wohl erstmal mit unserem Run nach oben. Aber egal, Hauptsache nicht mehr ganz unten drin.

Beim Hannover-Spiel…
… war erstmal alles wie immer. Tschauner im Tor… Ach nee. Moment. Der spielt ja gar nicht mehr für uns. Trotzdem war sein Rücken komischerweise ein ganz natürlicher Anblick. Naja, egal. Das Spiel war solala. Dafür, dass Hannover haushoher Favorit war, haben wir uns aber echt gut geschlagen. Trotzdem: richtig klappen wollte nichts. 0:0 nach 90. Minuten – aber immerhin noch Platz 15. Puuh.

Doch dann ging’s nach Aue
Mit im Gepäck: Grenzenlos, Artivistis und jede Menge Hoffnung. Nach sieben Stunden Busfahrt und plattgedrückten Popos dann jedoch die geballte Ernüchterung (im wahrsten Sinne des Wortes). Pillepalle-Fußball und eine Getränkestand-Versorgung, die einem die Tränen in die Augen treiben. Aber hey, für Rumdümpel-Gekicke und 35 Minuten am Bierstand kann man schon mal 14 Stunden im Bus sitzen. Gut – was soll’s. Spiel verloren, Tor nicht gesehen – aber dafür in Gesellschaft fantastischer Menschen gewesen.

Zu dem was spät in der Nacht geschah bleibt nur eines zu sagen: Der Schock sitzt nach wie vor tief und uns fehlen auch nach all den Wochen immer noch die Worte. In diesem Sinne: Passt gut auf euch und eure Mitmenschen auf. Und wir wünschen weiterhin gute Besserung und ein spendenfreudiges Sankt Pauli!
You’ll never walk alone!

Nach Aue kam Sandhausen…
…0:0 vor heimischer Kulisse, Flutlicht-Atmosphäre und Überzahl. Am Ende des Dienstagabends Platz 17. Ein guter Grund, bis spät in der Nacht im Jolly zu philosophieren und viel zu viele „noch ein letztes Bier“ zu trinken.

Danach stand Nürnberg auf dem Programm…
Statt auswärts in den Süden zu tingeln, entschieden sich vier Grenzenlose und ein Werderaner für ein „Auswärtsspiel“ in Kopenhagen. Zwei Stunden nach Ankunft saßen wir pünktlich zum Anpfiff an einem der zweifellos tollsten Orte der Welt, nämlich der örtlichen St. Pauli-Kneipe Kopenhagens: ein wunderschöner Laden voller FCSP Aufkleber und Plakate, Irie Révoltés und Antifaschist beim Reinkommen und so viel Gastfreundschaft und gelebte FCSP-Liebe, wie unsere Leberwerte sie selten erlebt haben!

Im Vordergrund dieses feucht-fröhlichen Abends stand aber natürlich der magische FC. Die erste Halbzeit ließ vermuten, dass es weiter bergab gehen würde – aber Pustekuchen. Nach vier sieglosen Spielen in Folge zeigte Aziz Bouhaddouz wieder einmal eindrucksvoll, was für ein sensationeller und torgefährlicher Typ er ist – darauf erstmal eine Runde „Mexikaner gegen Trump“ in Kopenhagen.

Am Ende steht das 2:0 gegen Nürnberg, aber immer noch Platz 17. Also alles beim Alten.

Sechs Punkte im Osternest
Der Oster-Sonntag startete mit einem wunderbaren Sekt-Bier-Schokoladen-Frühstück. Wenn man so in den Spieltag startet, konnte es nur ein guter Tag werden. Und: es wurde ein guter Tag! Nach der letzten Halbzeit in Nürnberg hätte ich mir zwar ehrlich gesagt einen spritzigeren Einstieg ins Spiel gewünscht, das über weite Strecken echt schleppend war, aber zum Glück ging die Nummer am Ende noch mit einem übersprudelnden Emotionschaos aus – Tor in der 87. Minute! Meine Güte, war das spannend! Und BAEM: Aue und Bielefeld verlieren! Heißt: Platz 14! Raus ausm Keller, es geht endlich wieder bergauf!

(Hm, und wieso jetzt eigentlich sechs Punkte im Osternest? Ganz einfach: Max Kruse (und Kainz) bezwingt den HSV – darüber kann man sich ja ruhig mal freuen!)

Auswärtsshoppen in der Esprit-Arena

Mit Düsseldorf stand dann eine vergleichsweise kurze Auswärtsfahrt an. 10:30 Uhr ging es los. Das konnte ich am Abend vorher noch gar nicht so richtig als Auswärtsfahrt ernst nehmen. Und auch am nächsten Tag war ich für eine Auswärtsfahrt viel zu ausgeschlafen, pünktlich und entspannt was die drei Punkte anging. „Klar“ dachte ich, die drei Punkte sind uns sicher! Doch kaum hatten wir den ersten Stau hinter uns und waren im Begriff in den nächsten zu fahren, war es dann auch vorbei mit meiner Entspanntheit. Danke, dass meine hinterrückse Hibbelei so klaglos ertragen wurde! 

Natürlich kamen wir dann doch pünktlich eine Stunde vor Anpfiff im Einkaufszentrum der Fortuna Düsseldorf an. Meine Güte, wie lieb habe ich doch unser wunderschönes Millerntor. Doch steht man erst mal auf den Stufen, interessiert es ja eigentlich auch nicht mehr, wie es hier von außen aussieht….

1.Halbzeit? Dazu möchte ich gar nichts sagen, außer gute Besserung an die Zusammenpraller.

2. Halbzeit: rote Karte und wir sind mal wieder in Überzahl. Ja gut, kennen wir aus dem Spiel gegen Sandhausen, bringt auch nichts. Und tatsächlich, nur wenige Minuten später liegt Düsseldorf in Führung. Und die Boys in Brown scheinen kurzzeitig völlig von der Rolle und ich befürchte bereits Schlimmstes. Doch dann geht irgendwie alles ganz schnell. Wechselbad der Gefühle, ich komme gar nicht mehr hinterher. Ziereis: Ausgleich! Foul. Elfmeter. Nein Stopp. Freistoß. Aber was für einer. Reiner Freudentaumel. Und dabei sollte es nicht bleiben, denn auch wir können Tore in der Nachspielzeit schießen (und nicht nur kassieren). In diesem Fall ist es, wer sollte es auch anders sein: Bouhaddouz.

Was folgt: eine wunderbare Heimfahrt. Es passt fast alles viel zu gut: Ergebnis, Platzierung, Busbesetzung, Musikauswahl (na gut, fast), Ergebnis, Platzierung. 3:1, drei zu eins, Platz 11, PLATZ 11! Wir können es nicht fassen. Aber so ist es: wir fahren aus dem Niederrhein als sehr glückliche Sieger heim!

Was bleibt: ein Naki-Becher, 3 Punkte und Platz 11 und ein letzter Absacker. Aber nur einer!

Aber: kein Auswärtsbeitrag ohne Pöbeln: Über die Toilettensituation bei den Frauen, liebe Düsseldorfer, über die solltet ihr schleunigst noch mal nachdenken. Denn ja, wir leben im 21. Jahrhundert und es kommt somit durchaus vor, dass auch einige Frauen ins Stadion gehen.

Und wie geht’s nun weiter?
Am kommenden Freitag spielen wir gegen Heidenheim, danach geht’s auswärts gegen Lautern. Es folgen die Partien gegen Fürth (Heim) und Bochum (Auswärts). Zwölf Punkte sind noch im Topf – wenn wir alle holen, sind das 47.

Aufsteigen können wir damit nicht mehr – leider, aber wir können damit vor allem eines:

nicht absteigen!

 

 

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