Doch wenn ich aufwach’…

45 Minuten mutlos, 45 Minuten furchtlos. Am Ende verlieren wir damit 3:4 gegen Paderborn. Nach dem fünften höchst durchwachsenen Spiel verabschieden wir uns aus dem Aufstiegsrennen.

Die erste Halbzeit konnten wir getrost in die Tonne kloppen. Paderborn presste wie blöde ab der Höhe unseres Strafraums, was unseren Spielaufbau im Grunde unmöglich machte. Ich war überrascht, wie wenig wir das spielerisch, sprich über kurze oder halblänge Pässe, aushebeln konnten. Der lange Ball nach vorn – das wäre die Alternative gewesen – war dank unserer Miniaturoffensive (Schnitt 1,748 m Körpergröße) ebenso unwirksam, weil in der Spitze einfach eine körperlich präsente Anspielstation fehlte. So spielten die Braun-Weißen in den ersten 45 Minuten hilf- und planlos, und konnten auch dem Einsatz der Paderborner wenig entgegensetzen. Die zwei Treffer spielten dem lauf- und kraftintensiven Spiel der Ostwestfalen zudem voll in die Karten.

Schön zu sehen, wie sich Spieler und Fans im ersten Durchgang ergänzten. Oder anders gesagt: Beide hatten kein jeweils besseres Gegenüber verdient.

Was immer Ewald in der Kabine gesagt hat, es war das Richtige. Vom Wiederanpfiffpunkt aus zeigten unsere Jungs ein ganz anderes Gesicht. Mit schnellem Elfer-Tor durch Sobiech schien die Wendung der Partie möglich. Endlich, ja endlich, kochte das Millerntor mal wieder.

Leider kreierten wir aus einer eigenen Ecke ein Kontergegentor. Als Paderborn dann zehn Minuten vor Schluss das 1:4 schoss, schien der Zug Richtung Punktgewinn bereits jenseits der Elbe entlangzufahren. Umso bemerkenswerter waren die Tore von Sobota und Picault (klasse Partie nach Einwechslung), die uns um ein oder zwei Haare immerhin ein Unentschieden beschert hätten. Leider blieb uns die erste Aufholjagd seit fast zwei Jahren verwehrt. Der Grund hierfür war schlicht, einfach und brutal: Die Zeit. Beziehungsweise die nicht mehr vorhandende Zeit.

„Dank“ des 4:0 der Nürnberger ist die Pleite letztlich fast egal, weil uns ohnehin nur ein Sieg dazu verholfen hätte, halbwegs oben dran zu bleiben. Mit acht Punkten Rückstand auf Rang drei findet die erste Liga nächste Saison nun wohl endgültig ohne uns statt. Mich kotzen die restlichen Freundschaftspflichtspiele eher an, andere freuen sich über den Klassenerhalt und verspeisen Stadion-Bierchen und Kippe von nun an noch lockerer. Immerhin haben wir jetzt Planungssicherheit für die kommende Spielzeit und können aktuellen und kommenden Spielern „nur“/“immerhin“ Liga zwei anbieten.

Spannend wird sicherlich, welche Abgänge uns in den nächsten Tagen und Wochen erreichen. Leider ist zu bezweifeln, dass sich all unsere Spieler durch die Niederlage haben erden lassen und bei ihnen die Erkenntnis gereift ist: Zweite Liga und Sankt Pauli: Das passt schon ganz gut.

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2 Kommentare

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