Die Null steht

Meinen ersten Spielbericht für diese Saison habe ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ich wollte über eine Partie voller Emotionen und Leidenschaft schreiben, gerne mit nem anständigen Punktgewinn als Happy End. Tja. Aber das war wohl nichts.

Dabei war der Anfang heute gar nicht mal so übel. Pünktlich zum Anpfiff nahmen wir unser schattiges Plätzchen in der Kneipe unseres Vertrauens ein, leicht gerädert vom Wochenende, aber in allerbester Gesellschaft. Kurz über das Potenzial von Ewalds veränderter Aufstellung diskutiert – Picault und Avevor auf der Bank, hinten außen Buballa und Hornschuh. Und dann ging’s auch schon los – und zwar nahezu positiv! In der 4. Minute durfte sich Nehrig über „eine Chance wie gemalt“ (Zitat Sky) freuen, die er aber in guter, alter St. Pauli-Manier zwei Meter rechts am Tor vorbeigesemmelt hat. Aber das braun-weiße Herz freut sich ja mittlerweile über jeden Versuch zum Abschluss zu kommen, also weiter geht’s.

Beim nächsten Mal isser drin!

Und genau so war’s! Beim nächsten Mal war er drin – nur leider im falschen Kasten. Kackmist! Dresdens erste Chance und gleich zum 1:0 verwandelt – das kennen wir doch schon. Nur leider passiert uns sowas nie. Lambertz hält einfach den Fuß raus und schon flitzt der Ball mit Schmackes ins untere, rechte Eck. Keine Chance für Himmelmann, trotz akrobatischem Hechtsprung seinerseits. Naja. Noch 83. Minuten. Mein Nebenmann murmelt nur: „Ein 1:1 würde mir schon reichen.“ Eine Aussage, die ich noch hoch optimistisch belächelt habe. Da ist heute mehr drin. Die Tore werden schon noch fallen.

Und gefallen sind sie ja auch, wie der stetige Blick aufs Handy gezeigt hat. Und zwar 15 an der Zahl – nur halt nicht bei uns. Denn wenn wir am Werk sind, lassen wir es ja ganz gerne mal langsamer angehen. Wer will schon sieben oder acht Tore in einem Spiel sehen – pfff! Die Braun-Weißen auf dem Dresdner Rasen jedenfalls nicht. Nach der Führung der SGD waren sie ohnehin erstmal kurz verwirrt, schien es mir. Warum sind wir nochmal hier? Ach ja, Fußball. Da war ja was.

Nach zehn Minuten haben sich unsere Jungs aber zum Glück wieder einigermaßen gefangen und hätten sich sogar noch beinahe über ein kleines Eigentor-Geschenk freuen dürfen. Aber wie immer passiert auch sowas immer nur den anderen. In der 21. Minute zeigte dann aber auch Dresden, wie gut sie 100%ige versemmeln können. Während Dudziak und Buballa Dresdens Teixeira ganz entspannt zum Tor geleiten, ohne ihn irgendwie daran zu hindern, uns den zweiten Drink einzuschenken, bekommt er es zum Glück auch nicht hin. Mannomann. So langsam habe auch ich das Gefühl, dass wir uns über ein 1:1 freuen können. Der FCSP strahlt überhaupt keine Gefahr aus, im Gegenteil. Innerlich fange ich an mich zu ärgern. Wird das wieder so eine Saison wie vor zwei Jahren? Zitternd zu jedem Spiel fahren und die Augen schließen, sobald der Gegner im eigenen Strafraum ankommt?

Im Vergleich noch ganz in Ordnung

Aber ich werde noch immer beruhigt. Im Vergleich zum Braunschweig-Spiel sei das hier eigentlich noch ganz in Ordnung. Ja, aber mit „ganz in Ordnung“ spielt man leider nicht oben mit, sondern unten. Aber gut. Und Nehrigs zweiter Versuch an diesem Tag in der 33. stimmt mich auch halbwegs versöhnlich. Scharf geschossen, knapp daneben. Immerhin.

Die zweite Hälfte lief deutlich besser an. Picault als zweiter Stürmer lässt hoffen, bringt aber erstmal nichts. Stattdessen lässt Dresden mein Herz nach nur fünf gespielten Minuten zum zweiten Mal aussetzen. Ein spitzenmäßiger Angriff der zum Glück im rechten Außennetz landet. Ich überlege, ob ich mir statt Limo vielleicht doch n Bier bestellen sollte. Ein Bier, was ich 15 Minuten vor Abpfiff auch definitiv hätte gebrauchen können. Hätte Himmelmann uns nicht mal wieder den Arsch gerettet, hätten wir ganz schön alt ausgesehen. Mit der Faust haut er das Ding im Flug ins Aus – Wahnsinn!

Schmackes zum Schluss

Aber, wie so oft kurz vor Schluss, kommt jetzt endlich Schmackes ins Spiel, genau wie die schon so oft beschriebene Sankt Paulianische Leidenschaft. Endlich konnte man sehen, dass sie doch nicht ohne Punkte nach Hause fahren wollen. Auf Teufel komm raus haben sie versucht irgendwie zum Abschluss zu kommen, aber Dresdens Abwehr hat leider seinen Job gemacht. Abpfiff, vorbei – und die Null steht!

Tja. Was soll ich sagen? Der Sky-Kommentator behauptet, es sei ein Spiel auf Augenhöhe gewesen. Ja, mag sein. Aber das ist leider ganz und gar kein Kompliment. Gegen einen Aufsteiger müssen wir besser aussehen als heute. Das einzige, was richtig gut funktioniert hat, war der Support in der Kurve, der mir wahnsinnig stark vorkam. Danke dafür allen, die bei diesen Temperaturen wieder einmal alles gegeben haben!

Zeit für einen neuen Masterplan

Ich für meinen Teil bin gerade erstmal froh, dass wir nun zwei Wochen Pause haben. Zeit für Ewald, um einen neuen Masterplan auszuhecken. Zeit für Lasse, wieder gesund zu werden. Zeit, um das Wort „Leidenschaft“ nicht mehr von „leiden“ ableiten zu müssen.

Schöne Woche, wir sehen uns in der Kurve!

Ahoi!

 

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