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KuK. Kurz und knackig.

Falsche Liga, falsches München

Nach dem 0:2 gegen die Löwen aus der bayrischen Landeshauptstadt ist endgültig klar: Nächste Saison spielt St. Pauli wieder in Liga zwei. Weil wir den akut abstiegsgefährdeten Blauen aus München die drei Punkte geschenkt haben, dürfen wir zudem vielleicht auch in der Spielzeit 2016/17 wieder in die grässliche „Arena“ am Autobahnkreuz – leider nicht ins rot erleuchtete Schlauchboot.

Ups, schon wieder Freitag. Da muss jetzt aber was passieren, hab ich doch so laut getönt, dass ich den Bericht schreiben kann. Und da wir schon Düsseldorf vergeigt haben (sorry, Freunde, aber so ist es nun mal), muss jetzt was zu Papier! Die Erwartungen möchte ich allerdings von vorneherein dämpfen. Wie gesagt, es ist schon Freitag und mein Gedächtnis seit Monaten nicht mehr das Beste. Und dann ging das Spiel für mich erneut erst zu Halbzeit 2 los. Heißt: Anspruch geteilt durch 2 minus x. Soweit klar?

Zeitreise eine Woche zurück: Es ist Freitag. Ein neuer Plan ist ausgeheckt. Diesmal wird der Staffelstab nicht zur Halbzeit überreicht. Nein, nahe Verwandte ziehen die charmante Gesellschaft von Nummer 8 anderen freitagabendlichen Aktivitäten vor. Danke noch einmal an dieser Stelle! Doch um nicht zu viel zu wagen, mache ich mich erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit auf den Weg. Ein ganzes Spiel? Das ist sowohl für Nummer 8 als auch für mich zu viel.

Wieder ist es komisch, wie ruhig es rund ums Millerntor sein kann. (Fast) Alle im Stadion, der Rest hat seinen reservierten Platz anderswo gefunden. Wie schon die Woche zuvor ist es auch komisch, mitten im Spiel in der Kurve anzukommen. Von Halbzeit 1 hab ich bis auf den Zwischenstand mal wieder nichts mitgekriegt. Doch ich blicke in viele freudige Gesichter. Lang ist es her, dass wir uns so zahlreich am vertrauten Platz eingefunden haben. Das ist ein gutes, ein richtiges Gefühl.

Alushi ♥ Arena?

Mir wird berichtet, dass die erste Halbzeit ganz gut war und wir uns den Gegentreffer ziemlich dämlich eingefangen haben. Enis Alushi soll Geschenke gen München verteilt haben. Naja, vielleicht ein bisschen großzügig, bedenkt man, dass es für 1860 drei rettende Punkte sein könnten, wir aber doch eigentlich nicht wirklich wieder nach München fahren wollen. Aber vielleicht sieht Alushi das ja anders.

Ich sehe noch einige Minuten Aufbäumen, doch irgendwie flaut das Spiel ab. Der „Wir werden hier auf jeden Fall gewinnen, wir sind viiieeel besser“-Euphorie hinter mir kann ich mich nicht anschließen. Gut, ich habe die erste Halbzeit nicht gesehen. Ich sehe nur die Anzeigetafel und denke an die goldene Ananas. So sollte es dann auch kommen. Choi als Hoffnungsträger gut 20 Minuten vor Abpfiff: Daran glaube ich nicht. Es folgt Alushi zum zweiten und der Abpfiff.

Die Arena ruft. Aber da es für Paderborn und den FSV um mehr als die besagte Ananas geht, bleibt noch ein wenig Hoffnung, einer weiteren Reise ins graue Nirgendwo bei München zu entgehen.

Zügig verlassen wir, nun zu zweit, die Stufen. Nummer 8 rührt sich und bevor er die liebe Verwandtschaft verschreckt, beeilen wir uns doch lieber. Kein Marsch also für uns. Die übrigen Grenzenlosen halten die Stellung und werden berichten, wie schön es war: Voll, laut und bunt! Die Verbannten mit uns!

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Das laue Lüftchen

Hallo Saisonfinale! Einmal Spannung ohne St. Pauli, bitte. Keine Chance mehr nach oben, keine mehr nach unten, so der Status vor dem Spiel gegen Bochum. Die Luft war also raus? Naja, dann hat Fafa zumindest wieder ein wenig reingepumpt! Wir berichten in zwei höchst unterschiedlichen Hälften.

Tjaja, noch fünf Spiele, zehn Punkte Rückstand auf Nürnberg – und die verlieren ja eh (fast) nie. Dann kannste dich schon mal auf merkwürdige Deals einlassen. Ich die erste Hälfte, Du die zweite. Eine kümmerst Du dich um das kleine Grenzenlos-Paket, die andere ich. Sportlich ist’s eh gehüpft wie gesprungen – dem Verfolgerspitzenduell zwischen Bochum (4.) und uns (5.) zum Trotz.

Selbst der energetischste meiner Stadiongenossen hat kurz vor Saisonende die innere Ruhe in weiten Teilen wiedergefunden. Und dann sehe ich noch beim Einsacken der beiden Lieblingsschmuddelhefte: Okay, diese Saison ist so entschieden wie Wahlen in der DDR.

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Gleichgeschaltete Presse!!!

Über die Stimmung im Rund brauche ich ja wohl nichts mehr zu schreiben. Kurz denke ich, dass es auf der Gegengerade aber laut wird. War letztlich doch nur irgendeine Kotzmühle auf dem Dom. Was soll’s, Strich drunter, nächste Saison können alle wieder mit neuer Energie zu Werke gehen.

Das Spiel ist dafür erfrischend unterhaltsam. Chancen mehr hüben als drüben. Weil aber Terodde entgegen allen Könnens mal drei Dinger liegen lässt, steht es zur Pause 0:0. Ich Ahnungsloser finde Picaults Leistung bis zu diesem Zeitpunkt ziemlich gut. Was die Kicker und ihre Zuschauer anschließend veranstalten, ist nicht mehr mein Problem. Ich werde zur Halbzeit trotz solider Gesangsleistung ersetzt. Brandneues Konzept. Könnte ich manchem aus anderen Gründen hin und wieder empfehlen.

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Mein Revier ist 2. Halbzeit hier.

Seitenwechsel

Es ist 13:41 Uhr. Ich sende eine knappe SMS „Gehe los“ in Richtung Millerntor. Ob diese dort jemals ankommt? Naja, eigentlich egal. Der Plan sollte auch so funktionieren. Vorbei an Damen und Herren in voller Montur geht es Richtung Eingang Süd. Noch ein, zwei kleine Runden vorm Einlass. Dann erfolgt die Übergabe von Nummer 8 und ich gehe tatsächlich pünktlich die Treppe hoch. Pünktlich zu Halbzeit zwei, so war der Plan.

Seit einer gefühlten Ewigkeit bin ich wieder im Umlauf, betrete ich die Stufen, auf denen ich schon so viele Stunden verbracht habe. Es ist irgendwie komisch. Ich freue mich über die vielen bekannten Gesichter, wundere mich über die vielen fremden und vermisse einige wenige, aber wichtige. Waren doch nur ein paar Wochen, aber was ist hier los? „Nicht viel“, das hatte ich schon bei meiner Einwechslung am Eingang vernommen und auch die Gesichter der anderen Grenzenlosen sagen einiges. Abwarten, ist ja Halbzeit. Dann geht es wieder los. Es riecht nach Rauch, nach Bier. Ach ja, so war das! Aber eins fehlt irgendwie: Der mitreißende Lärm, die Menschen um mich, die sich zusammen die Kehle aus dem Leib singen. So war das irgendwie nicht! Da mache ich nicht mit und gebe daher alles. Auch wenn diese Saison an mir vorbeizieht wie keine andere zuvor, bin ich heute im Stadion und da heißt es abliefern. Und das gilt nicht nur für die Mannschaft, meine Lieben!

Mehr als die zwei Tore durch Picault und der Eindruck eines verdienten Sieges nach 45 min bleiben bei mir vom Spiel nicht hängen. Gab es ne erste Halbzeit? Nicht bei mir. Und so haben wir Platz 4 zurück. Hält Nürnbergs momentane Serie ähnlich konstant wie die vorherige, na, dann… Ist wohl was für Träumer. Da muss all die Luft, die denen ausgeht, bei uns zu 100% rein. Und wir können alle rechnen. Heißt für einen weiteren Sprung nach oben: Möglich ja, wahrscheinlicher auch ja, unter dem Strich dennoch sehr zweifelhaft.

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Leider egal

Samstagmorgen, 6.58 Uhr. Aus dem Bett, Laptop an. Schlafen kann ich nicht, ich muss erst schreiben. Ich muss sonst nie schreiben. Heute schon. Niemand weiß, warum, vor allem ich nicht. Egal.

Sonntagspiel. Gegen Nürnberg? Ja. Stimmt. Komisch, auch das ist irgendwie egal.

Das Stadion macht schon um 11.30 auf. Verschärfte Sicherheitskontrollen. Na gut, jeder weiß, warum, aber ich zumindest weiß nicht, was das bringen soll. Soll es uns suggerieren, dass so Sicherheit erzeugt wird? Jacken auf, Mütze ab und dann durchwinken, wie es in München der Fall war und dann passiert nichts? Am besten, das Bier wird verboten und die Fans dürfen nur unter Polizeigeleit ins Stadion. Schafft sicher Sicherheit. Mein Vorschlag: Alle kommen nackt. Was meint ihr, wie das die Kontrollen erleichtern und beschleunigen würde. Aber das darf und will, vor allem angesichts der Temperaturen da draußen, ja auch niemand. Egal.

In den letzten Jahren hätte ich nie gedacht, dass es mir mal so egal sein könnte, was da am Sonntag zwischen 13.30 und Abpfiff passieren wird. Ein Bericht zum Spieltag, fertig einen Tag vorm Spieltag? Meisterleistung. Aber auch das Ergebnis kann mich derzeit nicht wirklich bewegen. In Richtung Tabellenspitze geht, wie zu erwarten, wenig, denn unseren Spielern scheint durchaus bewusst, welche Spielergebnisse zu Platz 1 hätten führen können, nach unten ist der Boden dick. Juchu, aber emotionsgeladen hinterlässt mich das derzeit nicht.

Ich weiß, dafür gibt es andere Gründe. Und ich weiß auch, dass „egal“ spätestens in der nächsten Saison wieder aus meinem Fußballvokabular gestrichen sein wird. Zwei Plätze in der Kurve gilt es (wieder) zu füllen. Und das ist gar nicht egal.

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