Außer Regen nichts gewesen (aber immerhin etwas!)

„Zum Abgewöhnen“, „grauenvoll“, „furchtbar“. Das sind die Worte, mit denen das Spiel unserer Jungs vom Freitag am häufigsten beschrieben wird. Und das meist von den Menschen, die nicht mal vor Ort waren und nicht die Freude hatten, über 90 Minuten im Starkregen zu stehen. Hier nun also der Augenzeugenbericht einer kurzfristig Heimgekehrten.

Empfing uns meine „alte Heimat“ zunächst noch mit strahlendem Sonnenschein und wärmender Zuversicht, so wurde uns doch sehr schnell klar: dieser Schein trügt!

Wurde auf unserem Fußweg zum Stadion noch ganz lapidar geäußert:
„Pünktlich zum Anpfiff fängt es bestimmt an zu schütten!“
„Heute wird auf jeden Fall ein Elfer verschossen!“,
sollte uns nach Anpfiff schnell klar werden, wer hier bei der ganzen Sache (auf verschiedenen Ebenen) im Regen stehen sollte.

Kaum hatten wir es uns auf den Stufen heimisch eingerichtet, ging es dann auch schon los – und zwar zunächst mit dem Regen und irgendwann dann auch mit dem Spiel. Ersteres war ein Erlebnis aus der Kategorie „denkwürdig“, letzteres dann aber doch eher zum Vergessen (und das lag nicht nur daran, dass Darmstadt-Keeper Fernandes einfach einen super Job ablieferte).

Nach ca. 20 Minuten lief uns das Wasser schon munter im Ärmel der Regenjacke auf und ab, beim Klatschen spritzte es schön ins Gesicht – und auf dem Rasen? Tja, da stolperte Avevor durch die Gegend… Die Darmstädter Heimfans waren übrigens in – fast schon unheimlich – professioneller Manier mit blauen Capes und Regenschirmen ausgestattet…
Nun gut, was machst du in so einer Situation? Da bist du über 500 km gefahren, hast dich mehrere Stunden die Kasseler Berger hochgekämpft, hast dein letztes Geld für Fußball ausgegeben, um dann schlecht gelaunt im Starkregen zu stehen und deine Mannschaft sang- und klanglos untergehen zu sehen? Nein. Nicht mit uns. Nicht an diesem Tag!

Und somit wurde uns einfach alles egal, was da auf dem Rasen geschah. Was nun zählte, geschah auf den Rängen und es entwickelte sich eine seltsam absurde „Alles egal“-Haltung: Tanzen, Singen, Hüpfen, Wasserschlacht (eine solche hätten wir übrigens auch gut und gerne auf dem Rasen gebrauchen können). Wir waren alles in allem sehr beschäftigt, nur nicht so mit dem Hingucken aufs Spielfeld. Insofern kann an dieser Stelle auch kein fundierter Spielbericht abgeliefert werden. Gebt es ruhig zu, ihr habt es doch schon immer gewusst: Ich bin ein Party-Fan!

Ich kann durchaus verstehen, dass diese gute Laune nicht für jeden verständlich oder nachvollziehbar war. Möglicherweise ist sie das aus der heutigen Perspektive nicht mal mehr für mich selbst. Aber hey! Das war einfach das Beste, was wir aus der Situation rausholen konnten; und solange das Herzstück der Kurve noch tanzt, ist doch alles nur halb so schlimm, oder?

Ganz im Ernst, das war der dritte Spieltag. Was haben die ganzen überheblichen „Diese Saison steigen wir auf“-Stimmen denn erwartet? Dass wir alle weghauen, weil wir in einem Testspiel relativ souverän gegen Werder gewonnen haben? Wenigstens sind diese Stimmen nun erstmal verstummt und vielleicht kommen jetzt mal alle wieder auf den trockenen Boden der Tatsachen zurück und fangen an zu kämpfen. Und zwar auf dem Rasen und auf den Rängen!

Zurück nach Darmstadt: Dank Föhn und Grappa halbwegs trocken und innerlich gewärmt, waren wir nun bereit, uns den goldenen Kronen des Darmstädter Nachtlebens zu stellen…

Und wie es dann eben immer so ist, lachte am nächsten Tag die Sonne hämisch vom Himmel und somit hatten wir dann doch noch die Gelegenheit, uns auf die Spuren des berühmten Ludwig Darms (Grüße auch an Herbert Milz) zu begeben. Doch das einzige, was wir fanden, war ein Turm, der seinen Mittelfinger Richtung Frankfurt streckt (wie konnte mir das all die Jahre nicht auffallen?!), den ein oder anderen Wespentanz, viel Ruhe und Ordnung und die erneute Erkenntnis, dass Sankt Pauli die einzige Möglichkeit ist!

 

 

 

 

 

 

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